Die Wirtschaft von La Palma

Rund 70% der Inseleinnahmen werden durch den Export landwirtschaftlicher Produkte, 15% durch Tourismus und die restlichen 15% durch Handel und Kleingewerbe erwirtschaftet.

Landwirtschaft

Die Wirtschaft von La Palma hängt fast ausschliesslich von der Landwirtschaft ab. Hauptsächlich von den Kulturen der kanarischen Banane, die etwas kleiner als die normalerweise bekannten Bananen aus Mittelamerika oder der Karibik ist, dafür aber mit mehr Geschmack.

 Die jährliche Produktion beläuft sich auf mehr als 150.000 Tonnen die jedoch hauptsächlich auf dem kanarischen und festlandspanischen Markt vermarktet werden. Heute werden auf ca. 3.000 Hektar Bananen angebaut, zunehmend wird die Landwirtschaft jedoch mit dem Anbau von Avocado, Zitrusfrüchten und Gemüse diversifiziert. Bedeutend ist außerdem der Weinanbau. Bekannt sind auch die palmerischen Puros (Zigarren), die in der Qualität und Geschmack den kubanischen Zigarren ebenbürdig sind. Mehrere Dutzend Manufakturen, meist kleine Familienbetriebe, rollen in mühevoller Handarbeit,  diese weltweit begehrten Puros. Näheres dazu hier http://www.lapalma1.info/Zigarren.html

 
Die Landwirtschaft wird durch ein einzigartiges Bewässerungssystem mit Kanälen, Wasserleitungen und Tunneln ermöglicht, die das Wasser aus den Bergen in die agrarisch genutzten Gebiete führen. Diese Tunnel sind zum Teil hunderte von Metern durch Felsen getrieben und bringen das Wasser über zwanzig Kilometer oder mehr in die bewohnten und landwirtschaftlich genutzten Gebiete an der Küste. 

Tourismus

Bereits im Jahr 1890 gab es auf La Palma bereits mehrere Hotels. Vor allem die Erholung suchenden Engländer frequentierten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gern die westlichste Kanareninsel. Doch einige Jahrzehnte später ging es mit dem Tourismus auf La Palma bergab, in den 1960er Jahren kam er fast ganz zum Erliegen. In den 1970er Jahren und Anfang der 1980er Jahre profitierte La Palma ein wenig vom Massen- und Chartertourismus auf den beiden Kanarenhauptinseln Teneriffa und Gran Canaria. Erst Ende der 1980er Jahre waren nach der Erweiterung des palmerischen Flughafens für den internationalen Charterverkehr im Tourismusbereich kräftige Zuwachsraten zu verzeichnen.

Bei einem Angebot von etwa 7.500 Betten kann man auf La Palma noch nicht von Massentourismus sprechen. Es gibt nur wenige größere Hotels, vorwiegend werden Ferienwohnungen in kleineren Häuschen vermietet, die im Besitz von Ausländern sind. Die meisten Touristen – zu 80 Prozent Deutsche – zieht es in die Gegend von Puerto Naos und nach Los Cancajos. Deutsche Dauerurlauber oder Aussteiger haben sich vorzugsweise etwas landeinwärts auf der sonnigen Westseite der Insel in Los Llanos de Aridane und in El Paso niedergelassen.

Ob La Palma weiterhin das Ziel einer überschaubaren Anzahl von Individualtouristen bleiben wird oder ob es sich das Beispiel von Teneriffa oder Gran Canaria zu eigen macht, ist vorläufig nicht abzusehen. Inselverwaltung, einzelne Bürgermeister und Umweltschutzorganisationen hegen sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie viele Touristenbetten die Insel verkraften könnte. Die Zahlen gingen einmal bis zu 80.000 Gästebetten. Mittlerweile wird eine maximale Bettenkapazität von 20.000 angepeilt. Seit Mitte der 1990er Jahre kommen Jahr für Jahr etwas mehr als 140.000 Touristen (davon mehr als 100.000 Deutsche) nach La Palma, doch immer noch ist die exportorientierte Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Palmeros, der Tourismus bildet nur einen weiteren Devisenbringer – und so soll es nach Meinung der meisten Inselbewohner bleiben. Die Strände von Puerto Naos und Los Cancajos tragen die blaue Flagge der EU und erfüllen somit einen gehobenen Qualitätsstandard. Heute wird dem Besucher ein vielseitiges Programm von sportlichen Aktivitäten bis hin zu kulturellen Veranstaltungen geboten.

Seit einigen Jahren setzt La Palma auf denturismo rural“ (ländlicher Tourismus): Alte kanarische Bauernhäuser im Hinterland werden renoviert, dabei im inseltypischen Stil belassen und Touristen als Unterkunft angeboten. Dieses Projekt, das mit EU-Geldern gefördert wird, hat den Vorteil, dass nicht neu gebaut werden muss, sondern dass man auf schon vorhandene Häuser zurückgreifen kann.

La Palma ist traditionell eine Wanderinsel, entsprechend groß ist die Anzahl der Anbieter von Wanderausflügen in die verschiedensten Regionen der Insel. Das Angebot ist breit gestreut und für alle Könnenstufen geeignet. Seit Ende der 1990er Jahre haben sich auch verschiedene Anbieter „modernerer“ sportlicher Aktivitäten etabliert. So werden z.B. geführte Mountainbiketouren oder Reitexkursionen angeboten. Insbesondere das Tauchen nimmt aber inzwischen einen festen Teil des Freizeitangebotes auf der Insel ein. Es gibt diverse Tauchcenter auf der Ost- und Westseite der Insel, die Angebote für alle Könnensstufen machen.

 

Industrie und Handel


Neben der Landwirtschaft spielen Handwerk und Industrie auf La Palma nur eine untergeordnete Rolle. Die Insel besitzt lediglich einige kleine Betriebe, die Landwirtschaftsprodukte weiterverarbeiten bzw. Baustoffe oder Kunsthandwerk herstellen, sowie einige Baufirmen, die dank des Tourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung zu verzeichnen hatten.

Der Export von La Palma beschränkt sich auf Agrarprodukte. Alles in allem aber hat die Insel eine negative Handelsbilanz, d.h. es wird weit mehr ein- als ausgeführt. 3/4 der Lebensmittel müssen importiert werden, auch Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, ebenso etwa 80 % des Bedarfs an tierischen Produkten. Andere wichtige Importwaren, die zum größten Teil das spanische Mutterland liefert, sind Rohöl, Konsumgüter, ferner mechanische und elektrische Geräte sowie Kraftfahrzeuge.

La Palma ist als EU-Land nicht in die Zollunion integriert. Deshalb ist die Ausfuhr nach Deutschland nicht unbegrenzt möglich. Ebenso kommt man bei Einfuhr, wie Umzugsgut oder sonstiger Waren nicht am Zoll vorbei.