Die Insel La Palma - eine Bestandsaufnahme

 

La Palma, oder richtig San Miguel de la Palma, ist die nordwestlichste der sieben großen Kanarischen Inseln. 

La Palma hat bei einer Fläche von 708 Quadratkilometern eine Länge von 49 Kilometern und eine Breite von etwa 28 Kilometern. Sie ist mit einem Flächenanteil von 9,45 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren die fünftgrößte Insel des Archipels mit ca. 86 000 Bewohnern.

La Palma gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma. Die Landessprache ist Spanisch mit lateinamerikanischem Einfluss. La Palma liegt ca. 400 Kilometer vor der westafrikanischen Küste, etwa 1600 Kilometer vom spanischen Festland entfernt und etwa 80 Kilometer westlich der kanarischen Hauptinsel Teneriffa auf 28°40' nördlicher Breite und 17°52' westlicher Länge.

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Sie ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln und die einzige, auf der es ganzjährig natürlich fließende Gewässer gibt. Den Namen Isla Verde „die grüne Perle“ trägt sie zurecht, besticht sie doch durch ein einmaliges Landschaftsbild und üppig blühenden Vegetation. Somit zieht es vor allem Naturliebhaber, Wanderer und Erholungssucher auf diese paradiesische Insel. Im Norden prägt vor allem die Caldera de Taburiente das Aussehen der Natur, ein riesiger Ring von Gipfeln mit bis zu 2.400 Metern Höhe, die zum größten Senkkrater der Welt, gehören.

   
Ansicht von Santa Cruz de La Palmatypischer Drachenbaumder wildzerklüftete Nordosten 

Lebensqualität 

Den größte Teil der Bevölkerung La Palmas (ca. 86.000 angemeldete Einwohner) bilden die so genannten Palmeros, welche zum größten Teil Einheimische, Festlandspanier und Südamerikaner sind. Seit einigen Jahren kommt noch ein nicht unwesentlicher Anteil von Menschen aus den verschiedensten Mitteleuropäischen Ländern hinzu, allen voran die Deutschen. Geschätzt wird die Zahl der Nordeuropäer auf ca. 5 - 6% der Inselbewohner. Die Palmeros sind sehr freundliche Menschen, lieben die Familie und vor allem Kinder. Sie haben sehr viel Verständnis für uns Einwanderer, und versuchen uns zu verstehen und uns weiter zu helfen. Die Küche der Palmeros ist abwechslungsreich und gut, vor allem Fleisch- und Fischgerichte bereichern den Esstisch, aber auch Gemüse und Früchte. Der Reichtum der Natur auf La Palma ist ein Fest für die Sinne. An zahlreichen Orten auf der Insel gibt es wunderschöne Stellen, wo es leicht fällt, die Seele baumeln zu lassen. Außerdem untersteht ein großer Teil der Insel dem Naturschutz. Jedes Dorf und jede Stadt hat seine eigenen Bräuche. Somit findet fast jede Woche mindestens eine Fiesta, eine Ausstellung oder ein anderes kulturelles Ereignis statt.

 Ein Versuch, die palmerische Mentalität zu beschreiben

La Palma ist eine kleine und überschaubare Insel, auf der einige kleinere Gemeinden verteilt sind. Der Charakter der Gemeinden gleicht dem dörflicher Gemeinschaften.
La Palma ist von Meer umgeben, eine Barriere, die nicht gedankenlos überschritten werden kann. Folglich verläßt der größte Teil der Bevölkerung selten die Insel. Erst in letzter Zeit ist es für die wohlhabendere Schicht Mode geworden, zu Einkäufen mal kurz nach Teneriffa zu fliegen, oder für ein paar Tage Urlaub auf einer anderen Kanareninsel zu machen.
Erlebt man die Freudenausbrüche bei den Palmeros, wenn sie auf der Fähre stehen und die Umrisse von La Palma am Horizont erahnen, erkennt man ihre Liebe zu La Palma.
Nicht selten kommt es vor, daß ein Hymneslied auf La Palma erklingt. Der Palmero lebt meist in seinem unmittelbaren Familienbereich, denn durch die reduzierte Fläche La Palma’s bleibt der Stamm der Familie stehts erreichbar.
Auswanderung und die damit verbundene Trennung von der Familie haben die Palmeros zu früheren Zeiten erlebt. Der Schmerz der Auswanderungswellen klingt bis heute nach.
Fiestas werden im Familienverbund gefeiert und zwar in regelmäßiger Häufigkeit. Gegenseitige Hilfe ist selbstverständlich. Auch gehört es zu den Spielregeln, seinen Nachwuchs bis an seine Grenzen zu fördern und zu unterstützen.
Das Leben auf der Straße wird bestimmt durch grüßen und gegrüßt werden. Für ein kleines Schwätzchen hat man immer Zeit.


La Palma's Elite weiß, daß ohne Ausland und somit ohne Ausländer nicht überlebt werden kann. Die Weichen sind gestellt auf Öffnung. Integration bewirkt jeder.

 Vegetation

La Palma ist bekannt als die Isla Verde (die grüne Insel) oder als La Isla Bonita (die schöne Insel), da sie ganzjährig von grüner Vegetation bedeckt ist. Diese Üppigkeit verdankt die Insel den Passatwinden, die verlässlich Wolken auf die Luv-Seite der Insel schaffen, die an den Osthängen der Insel abregnen oder dichte Nebelfelder auf den Bergen bilden. Die Feuchtigkeit dieser Wolken wird von den Pflanzen aufgenommen. Die Insel gliedert sich in verschiedene Vegetationszonen – von mediterraner Trockenvegetation zu Kiefernwäldern auf den Höhen und auf der Nordostseite auch ausgedehnte Lorbeerwälder, die Regenwald ähneln.

 Wie alle anderen Kanaren ist La Palma vulkanischem Ursprungs. Mit ihren 1 bis 3 Millionen Jahren ist sie die jüngste Insel der Kanaren. Von Norden nach Süden reihen sich verschiedene Vulkane. Der nördliche Teil ist der älteste Teil der Insel. Der letzte Ausbruch fand 1971 statt. Die Landschaft bildet ein Ensemble in Schwarz (Basalt), Rot (Tuff) und Grün (Vegetation) im Blau des Atlantik. Sie wird geprägt durch die Barrancos im Norden, tief eingeschnittene Schluchten, die das Wasser von den Bergen zum Meer führen, den Wäldern auf den zentralen Inselbergen und die Gebiete jüngerer vulkanischer Aktivität im Süden aus Aschefeldern, erstarrten Lavaströmen und Vulkankegeln.
Mehr als 25 % aller auf La Palma wachsender Pflanzen wachsen nur auf den Kanaren. Unter den Pflanzen der Insel findet man ca. 170 endemische Arten, die nur auf La Palma vorkommen.

Das entscheidende Merkmal der natürlichen Vegetation auf La Palma ist die markante Gliederung nach Höhenstufen. Ca. 41% der Oberfläche von La Palma sind mit Kiefernwald bedeckt. Die Kanarenkiefer mit ihren 30 cm langen Nadeln ist ein sehr malerischer Baum zudem ein wahrer Überlebenskünstler. An den langen Nadeln kondensiert der Nebel und fällt als Wassertropfen zur Erde. Etwa 70% des so entstandenen Wassers trägt zum Wasserreichtum von La Palma bei. Nach einem Waldbrand, den es auf La Palma immer wieder gibt, treiben die meisten Kiefern wieder aus.
In Küstennähe gibt es weitausgedehnte Bananenplantagen, die Exportpflanze von La Palma. Subtropische Pflanzen, Palmen, Drachenbäume usw. laden überall ein, stehen zu bleiben und zu betrachten.
Viele Pflanzen wurden über Generationen neu nach La Palma gebracht, und haben in manchen Gegenden das Landschaftsbild verändert. Zum Beispiel die Opuntie, der Feigenkaktus, der früher als Wirtspflanze für die Zucht der Koschenille-Läusen diente, überwächst an manchen Stellen alles.



Weiterführende Informationen unter http://de.wikipedia.org/wiki/La_Palma